Kältetechnik Dresen + Bremen · Wissen

Kältemittel & Umwelt.
Präzise erklärt.

Was bedeuten „natürliche Kältemittel“ und „GWP 0“? Wir erklären die Begriffe und zeigen, welche Aussage sich auf das Kältemittel bezieht – und welche Faktoren bei einer ganzen Kälteanlage dazukommen.

Ammoniak · NH₃ · R717Kohlendioxid · CO₂ · R744Industriekälte
Begriffe verstehen

Worüber sprechen wir genau?

Bei der Planung industrieller Kälteanlagen sind Kältemittel ein wichtiger Baustein. Der Begriff „natürliche Kältemittel“ bezeichnet in der Kältetechnik eine Stoffgruppe, zu der beispielsweise Ammoniak und Kohlendioxid zählen. Er sagt nichts darüber aus, ob ein konkretes Kältemittel aus der Natur gewonnen oder industriell hergestellt wurde.

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Ammoniak (NH₃ / R717)

Ein Kältemittel für industrielle Anwendungen. Für Ammoniak wird ein GWP von 0 ausgewiesen. Es erfordert wegen seiner Eigenschaften geeignete Sicherheitsmaßnahmen.

02

Kohlendioxid (CO₂ / R744)

Ein weiteres Kältemittel aus der Gruppe der sogenannten natürlichen Kältemittel. Je nach Anwendung kommen dafür andere Anlagenkonzepte und Betriebsbedingungen infrage.

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Die passende Lösung

Die Wahl des Kältemittels hängt von der Anwendung und der technischen Auslegung ab. Wir betrachten die Anforderungen des jeweiligen Projekts.

Eine konkrete Kennzahl

Was bedeutet GWP 0?

GWP steht für Global Warming Potential, also Treibhauspotenzial. Es beschreibt die Wirkung einer freigesetzten Menge eines Stoffes im Vergleich zu Kohlendioxid über einen festgelegten Zeitraum. In der EU-F-Gas-Verordnung wird für Ammoniak (R717) der Wert 0 angegeben.

Diese Zahl beschreibt eine Eigenschaft des Kältemittels. Sie ist keine Aussage über die Klimabilanz der Herstellung, des Betriebs oder der gesamten Anlage.

Unsere Kurzformulierung: „Industriekälte mit Ammoniak (NH₃ / R717) – Kältemittel mit GWP 0.“
AMMONIAK · R7170GWP des Kältemittels

Keine Aussage über die Gesamtbilanz der Kälteanlage.

Die ganze Anlage betrachten

Ein Kältemittel ist nur ein Teil des Systems.

Die Umweltwirkung einer Kälteanlage hängt von mehreren Faktoren ab. Eine einzelne Kennzahl lässt sich deshalb nicht auf die gesamte Anlage übertragen.

01 · KältemittelArt, Menge und mögliche direkte Emissionen
02 · BetriebStrombedarf, Regelung und Betriebsweise
03 · LebenswegHerstellung, Wartung und Umgang mit Komponenten am Nutzungsende

Die Darstellung zeigt relevante Einflussfaktoren und ersetzt keine projektspezifische Bilanzierung.

Unsere Wortwahl

So verstehen wir unsere Aussagen.

„Natürliches Kältemittel“

Ein in der Kältetechnik gebräuchlicher Gruppenbegriff. Wo wir ihn verwenden, nennen wir nach Möglichkeit auch den Stoff, etwa Ammoniak (R717) oder CO₂ (R744).

„GWP 0“

Die Angabe gilt für das jeweils genannte Kältemittel, beispielsweise Ammoniak (R717). Sie bedeutet nicht, dass eine Anlage emissionsfrei oder insgesamt klimaneutral ist.

Für konkrete Projekte gelten stets die tatsächlich eingesetzten Kältemittel und die jeweilige technische Ausführung. Angaben auf dieser Seite lassen sich nicht pauschal auf jede Anlage übertragen.
Häufige Fragen

Kurz beantwortet.

Ist Ammoniak „natürlich“, obwohl es industriell hergestellt wird?

„Natürliches Kältemittel“ ist eine fachliche Bezeichnung für eine Gruppe von Stoffen. Sie beschreibt nicht den Herstellungsweg des in einer Anlage eingesetzten Ammoniaks.

Bedeutet GWP 0, dass die Kälteanlage klimaneutral ist?

Nein. Der GWP-Wert bezieht sich auf das Kältemittel. Für die Klimabilanz der Anlage sind unter anderem der Strombedarf, die Betriebsbedingungen sowie Herstellung und Wartung relevant.

Ist Ammoniak in jeder Anwendung die richtige Wahl?

Nein. Ob Ammoniak, CO₂ oder eine andere Lösung geeignet ist, hängt vom konkreten Projekt, den technischen Anforderungen und den geltenden Sicherheitsvorgaben ab.

Quellen & Einordnung

Wir möchten technische Angaben konkret und nachvollziehbar formulieren. Die folgenden Quellen erläutern die verwendeten Kennzahlen und die Anforderungen an Umweltaussagen:

Stand: September 2026. Die Quellenlinks führen zu externen Websites.